Besamungsverein Nordschwaben e.V.

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Bullenbote

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Höchstädter Hornlosbullen

03.06.2013, Augsburger Allgemeine - Nachrichten Dillingen/Donau

Bullen auf dem Laufsteg

Höchstädt Mit einem schüchternen Muhen hier und da flaniert Witam PS vor seinem Publikum. Anfang des Jahres hat der Besamungsverein Höchstädt den jungen Stier gekauft. Nun warten die Züchter bereits sehnsüchtig auf die ersten Portionen des genetisch hornlosen Bullen, der in der Liste aller genomisch geprüften Bullen im Besamungseinsatz unter den Top 10 zu finden ist.

Doch noch müsse man sich ein bisschen gedulden, verrät Stationsleiter Dr. Frank Bosselmann dem Publikum, das an diesem Sonntag trotz des nasskalten Wetters auf der Tribüne in Höchstädt Platz genommen hat. „Wir sind schon fleißig mit ihm am üben, aber die Samengewinnung ist noch etwas problematisch. Er hat eine etwas übermotivierte und engagierte Art, seine Arbeit zu verrichten. So sind sie manchmal die jungen Kerle“ In ein paar Wochen, glaubt Bosselmann, könne man aber die ersten Portionen von Witam ausgeben. Neben Witam präsentierten sich gestern 38 weitere Bullen beim Schaulaufen den Gästen aus nah und fern. Seit Wochen, erklärt Vorstandsmitglied Hans-Josef Landes, laufen dafür die Vorbereitungen.

So erhielten die Tiere, die derzeit nicht im Sprungeinsatz sind, quasi Laufstegtraining. „Die stehen sonst im Stall und sind das Führen nicht so gewohnt“, erklärt Landes. Damit die Stiere bei ihrem großen Auftritt eine gute Figur machen, wurden sie daneben alle geschoren und ab den frühen Morgenstunden noch einmal ausgiebig gewaschen. Die Bullenparade, sie ist laut Landes für die Züchter die einzige Gelegenheit im Jahr die Tiere einmal live zu sehen. Zwar könne man den Bullen nicht ansehen, wie gut sie vererben. „Aber die Landwirte wollen sie einfach auch gerne sehen. Und es ist ja auch beeindruckend, wenn da so ein Kraftpaket läuft.“ Etwa so einer wie Vanadin.

Der werde derzeit am meisten nachgefragt. Und auch von Everest, den die Höchstädter Besamungsstation Anfang 2012 für den Rekordpreis von 80000 Euro gekauft hat, wurden bereits mehrere tausend Portionen ausgegeben. Zwei Mal in der Woche müssen er und seine Kollegen im Sprungeinsatz an die Arbeit. Dafür werden sie, wenn sie in die Station kommen, zunächst einmal auf Diät gesetzt. „Wenn sie schlanker sind, dann sind sie einfach sprungbegeisterter“, erklärt Hans-Josef Landes.

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