Besamungsverein Nordschwaben e.V.

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Bullenbote

Ausgabe I-2017

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Höchstädter Hornlosbullen

07.06.2016, agrarKIDS

Kälber aus dem Kühlschrank?

Kälber aus dem Kühlschrank? Sowas gibt es? Nein, natürlich gibt es das nicht. Doch es gibt tiefgekühltes Sperma. Wie funktioniert das und wie kommt es dorthin? Zunächst muss das Sperma gewonnen werden. Dafür wird der Bulle auf einem Phantom im sogenannten Sprungraum abgesamt. Das Sperma vom Bullen wird in einem Plastikröhrchen aufgefangen und kommt direkt ins Labor. Dort wird das Sperma gewogen und daraus dann das Volumen (die Menge) bestimmt. Es wird untersucht und die Dichte mit einem Photometer gemessen. Das ist sehr wichtig, denn nur „gutes“ Sperma wird verkauft. Es muss gesunde, bewegliche Spermien aufweisen, damit es eine große Chance gibt, dass die Kuh trächtig wird. Mindestens 65 Prozent der Spermien müssen vorwärtsbeweglich sein, das heißt also nach vorne schwimmen. Sperma, das als tauglich eingestuft wird, kommt dann in Glasflaschen und wird verdünnt. Dann geht es in den Kühlschrank. Dort wird es langsam in 24 Stunden auf 4 Grad Celsius heruntergekühlt. Diesen Vorgang nennt man in der Fachsprache Äquilibrierung. Am nächsten Tag wird das Sperma dann in Pailletten (kleine Plastikröhrchen) einzeln abgefüllt. Diese Plastikröhrchen werden beschriftet mit dem Namen des Bullen, dem Sprungdatum, der Stationsnummer und der Herdbuchnummer des Bullen. Anschließend werden die Pailletten auf Rampen aufgereiht. Dort wird das Sperma in einem ganz speziellen Einfrierautomat – das ist so eine Art Tiefkühltruhe – innerhalb von 10 Minuten bei absinkender Temperatur bis zu minus 140 Grad Celsius langsam tiefgefroren. Danach wird es von den Rampen in Plastikbecher (in der Fachsprache nennt man diese Gobelets) in flüssigen Stickstoff eingetaucht. Nun kommt das Sperma in einen Container in Quarantäne. Dieser ist auch mit flüssigem Stickstoff gefüllt. Das Sperma verbleibt dort 30 Tage bis es in einen großen Container kommt. Von dort kann es dann endlich zu den Landwirten, Tierärzten oder Besamungstechnikern ausgeliefert werden. Eine ganz schön lange und aufregende Reise, die die kleinen Spermien da zurücklegen müssen.

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