Besamungsverein Nordschwaben e.V.

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Die Geschichte der Besamungsstation Höchstädt

Zwei weitblickende Männer an der Spitze des Zuchtverbandes für das Schwäbische Fleckvieh haben in der Nachkriegszeit weitreichende Entscheidungen vorbereitet. Der damals schon 76-jährige Landesökonomierat Anton Munding aus Krumbach war der Vorsitzende des Zuchtverbandes seit 1919. Sein Stellvertreter, Gutsdirektor Gustav Hahl aus Schwaighof, war von der neugegründeten Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tierzüchter gerade zu ihrem Präsidenten gewählt worden. Beide haben in der Ausschusssitzung des Zuchtverbandes am 26.04.1952 die Gründung einer Besamungsstation vorgeschlagen.

Die hohe Überzeugungskunst der wegbereitenden Männer im Verbandsausschuss wird auch dadurch so bemerkenswert, als daß dem Verband durch den entstehenden verminderten Jungbullenverkauf absehbar Einnahmeverluste entstehen mußten. Nach eingehender Debatte beschloß der Ausschuß die Einrichtung einer Station und beauftragte Vorsitzende und Geschäftsführer mit den Vorbereitungen. Dieser Beschluß konnte als sensationell gelten, hatte doch damit ein Zuchtverband die instrumentelle Samenübertragung erstmals gegen alle Widerstände voll anerkannt.

Die Gründungsversammlung des "Besamungsvereins Nordenschwaben" im Gasthof Rose in Donauwörth fand auf Einladung des Zuchtverbandes am 24.10.1952 statt. 22 Gründungsmitglieder unterzeichneten für ihre Mitgliedschaft. Zum 01.10.1952 war schon ein Bullenwärter angestellt worden, zum 01.11.1952 wurden ein Stationsverwalter und zum 15.11.1952 ein Tierarzt angestellt.

Da in Donauwörth kein geeignetes Anwesen zu finden war, bot sich für den Zweck des Stationsbetriebes ein in Höchstädt an der Donau auslaufender Betrieb an. Vom Landwirt Karl Schickinger konnte der Vorsitzende Anton Munding für den Betrag von 45.000,- DM eine nach drei Seiten offene Hofstelle mit 21 Tagwerk Fläche erwerben.

Obwohl der Zuchtverband seine Mittel für den Ausbau von Auktionseinrichtungen auch gebraucht hätte, widmete er 60.000,– DM für Ankauf und Ausbau der Besamungsstation um. Vom Landwirtschaftsministerium wurden für den Ausbau 10.000,– DM und im Folgejahr für den Bullenankauf noch einmal 10.000,– DM Förderung gewährt. Auch der Bauernverband gab zum Zwecke der Entwicklung der Gesamtlandwirtschaft eine Summe von 10.000,– DM.

Der Milchwirtschaftliche Verein Allgäu gab aus ebensolcher Motivation 20.000,– DM und noch einmal ein Darlehen in gleicher Höhe.

Im Sommer 1952 wurde umgebaut, ein Stall für 5 Bullen und ein weiterer für 10 Bullen. Im ehemaligen Wohnhaus wurden Labor, Samenabnahmeraum sowie Büro- und Versandräume eingerichtet. Für Betriebspersonal wurden ebenso 2 Wohnungen geschaffen.

Am 01.01.1953 wurde mit dem praktischen Besamungsbetrieb begonnen, nachdem mit interessierten Tierärzten Verträge geschlossen und mit benachbarten Besamungsstationen Übernahmevereinbarungen getroffen worden waren, die im Grenzgebiet vorweg schon an einzelne Tierärzte Samen geliefert hatten.